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Doro Zinn, Ilhan, Future Kids, 2017

FUTURE KIDS

LUETT, Georg-Schwarz-Straße 170

29. Juni – 1. Juli, 2018
29. Juni: 19–22 Uhr, 20 Uhr: Performance edge
30. Juni – 1 Juli: 15–20 Uhr

Als Satellite des f/stop 8. Festival für Fotografie knüpft die Austellung thematisch daran an und präsentiert im Atelierraum LUETT auf der Georg-Schwarz-Straße 170 die fotografische Arbeit Future Kids von Doro Zinn und die performative Intervention edge von Stefan Bast und Paula-Marie Kanefendt. Während die Fotografien auf sehr persönliche und direkte Art einen Fokus auf einzelne Teilnehmer*innen in unserer Gesellschaft werfen, setzt sich die Performance mit gesellschaftlichen Fragen der Teilhabe, gewährten und beschränkten Zugänglichkeiten und (Un-) Sichtbarkeiten auseinander.

Auf Augenhöhe begegnet die Fotografin jungen Menschen mit Migrationsbiografie in Deutschland, folgt ihnen in ihren Alltag und verhandelt – ohne zu stigmatisieren – Fragen der Herkunft, Heimat, Zugehörigkeit und Tradition. Ganz bewusst bezieht sie die Abgebildeten in den künstlerischen Prozess mit ein und kombiniert ihre fotografischen Aufnahmen mit Archivmaterial und selbstverfassten Texten der Protagonist*innen. Durch diese intensive Zusammenarbeit gibt sie den Portraitierten in ihren Arbeiten eine eigene Stimme und spricht damit auch Themen wie Selbstermächtigung und -bestimmung an.

Entstanden ist die Serie als Abschlussarbeit der Fotografin an der Ostkreuzschule in Berlin. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und international ausgestellt. Im Rahmen der Pop-Up Ausstellung in Leipzig werden erstmals neue Fotografien aus der Serie zu sehen sein.

Konzeption

Kuratorin: Elisabeth Würzl, unterstützt vom Team des Kunstverein gegenwart e.V.

Bezugnehmend auf die Fotografien, untersucht die Arbeit edge das "Rumhängen" als Form jugendlicher Raumnahme im Sinne eines performativen Umgangs mit Machtverhältnissen und befragt die Definitionsmacht, die in der gesellschaftlichen Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Raumnutzung (und auch Zeitnutzung) liegen. In diesem Sinne verknüpft die Arbeit als performative Intervention Innen- und Außenraum.

edge entstand in intergenerationeller Zusammenarbeit und versucht Autor*innenschaft künstlerischer Produktion kritisch mitzudenken. In der gemeinsamen Erarbeitung der Performance mit Jugendlichen stellte sich die Frage nach Möglichkeiten und Fallstricken multipler Autorenschaften. Inspiriert durch das "Stille Post"-Prinzip basiert edge auf einer zirkulären Weitergabe von Informationen bzw. Arbeitsständen, die durch unterschiedliche Positionen der Akteur*innen in Zeit, Raum (und Gesellschaft) auch immer wieder Fragmentierungen unterworfen waren. So wurde Material zum Rumhängen von Jugendlichen und Künstler*in gemeinsam generiert, geteilt, überarbeitet, abstrahiert, dem Ort der performativen Intervention eingeschrieben, von Performerinnen verkörpert und in einer Feedback-Schleife zurück an die Jugendlichen gegeben.

Stefan Bast und Paula-Marie Kanefendt, edge, Performance, 2018

Die Künstler*innen: 

Doro Zinn (*1987) studierte zunächst Politikwissenschaften und Psychologie in Wien. 2013 zog sie nach Berlin und studierte dort bis 2017 Fotografie an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Ihre  Arbeiten zeichnen sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit aktuellen und gesellschaftspolitischen Themen und Fragen der sozialen Identität aus. Dabei begegnet sie  ihren Protagonist*innen auf Augenhöhe und entwickelt Darstellungsweisen in Absprache mit ihnen. Die Fotografin lebt und arbeitet in Berlin, unter anderem als Bildredakteurin für das emerge-Magazin und als Bildkolumnistin für die taz.

Paula-Marie Kanefendt (*1980) studierte Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Klasse für Installation und Raum bei Prof. Joachim Blank sowie Kunstpädagogik und Geschichte an der Universität Leipzig. Sie arbeitet als Künstlerin, Forscherin, Lehrerin und Vermittlerin. Beispielsweise war sie Teil des Kunstvermittlung-Leitungsteams des Kunstzentrums HALLE 14 und arbeitet seit 2015 an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Kunst thematisiert in  performativen und installativen Formaten unter anderem massenmediale Kommunikation, sowie strukturelle Besonderheiten und Veränderungen im urbanen Raum.

Stefan Bast (*1982) arbeitet und forscht als Künstler, Kunstvermittler und Lehrer in unterschiedlichen Medien und Kontexten. Häufig stellt die Befragung und Unterwanderung normativer Bild-Taktiken einen Interessensschwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit dar. Kunstvermittlung als kritische und performative Praxis bildet einen wichtigen Teil seines Tuns, für die er mit unterschiedlichen Gruppen und (außerschulischen) Institutionen zusammenarbeitet. Studium der Bildenden Kunst in den Klassen von Urs Lüthi, Bernhard Prinz und im Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel sowie Studium der Fächer Bildende Kunst, Germanistik und Geografie für das Lehramt an Gymnasien an der Kunsthochschule Kassel und der Philipps-Universität Marburg.

Unterstützt von der Kulturförderung des Studentenwerks der Universität Leipzig und dem Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaften der Universität Leipzig

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