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Symposium „trial & error“ – Über Enttäuschung und Scheitern in Kunst, Kultur und Gesellschaft

16. April 2016, 11 Uhr – 16 Uhr

"Fischladen" Reudnitz, Dresdnerstr. 49, Leipzig-Ost

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trial & error bezeichnet eine Methode, die es versteht, Enttäuschung in die Forschung einzubinden und zum Erkenntnisgewinn zu nutzen. Dabei kann das Scheitern eines Lösungsansatzes hilfreich sein, um diesen endgültig aus dem Bereich der Möglichkeiten auszuschließen. Während die Naturwissenschaft es vermag, diesen Prozess positiv aufzufassen, haftet Enttäuschung und Scheitern in anderen Bereichen nach wie vor ein Stigma an.
 
Im Rahmen der Jahresausstellung kehrtwenden : weitergehen veranstaltet der Kunstverein gegenwart e.V. ein interdisziplinäres Symposium. Unter dem Titel trial & error sollen verschiedene Phänomene des Scheiterns und der Enttäuschung und ihre Nutzbarmachung in unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen vorgestellt und diskutiert werden. Drei Referenten aus den Bereichen der Geistes-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften werden ihre Beiträge am 16. April ab 11 Uhr im "Fischladen" (Dresdnerstr. 49, Leipzig-Reudnitz) präsentieren. Anschließend wird das Thema des Symposiums bei einer dialogischen Führung durch die Ausstellung in künstlerische Diskurse überführt.

Alle Interessierten sind herzlich zur kostenlosen Teilnahme (ohne Anmeldung) am Symposium eingeladen.

Das Team vom "Fischladen" wird außerdem leckere Speisen und Getränke anbieten.
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DIE REFERENTEN
Ralf Millner [Leipzig]
"Am Wissen ertrinken? Information Overload? Diagnose und Rehabilitation technologieinduzierten Suchtverhaltens."

Eine Analyse des Wirkungszusammenhangs zwischen Innovation, Kreativität und Information Overload. Die fortfolgende Ausarbeitung umreißt eine interdisziplinäre Spurensuche durch die Bereiche der Psychologie, Neurologie, Pädagogik, Soziologie, Wirtschaft und Technologie – stets wandelnd auf dem schmalen Grat zwischen Erfolg und Scheitern.

Ralf Millner (*1987) wäre beinahe Trickfilmer geworden, entschied sich dann jedoch für ein Studium der Wirtschaftswissenschaft in Chemnitz und Jena, welches er 2015 mit dem Master abschloss. Seitdem arbeitet er hauptberuflich im Marketing einer Logistikfirma in Leipzig und widmet sich nebenbei der Illustration und Animation unter dem Pseudonym "Artraffi".

Tim Schneidewind/Kanzlei KTR [Leipzig]
"Kunst im Recht"

Immer wieder gibt es kleinere Veränderungen, wenn es um die Definition des Kunstbegriffs aus rechtlicher Sicht geht. Innerhalb des Vortrages wird der Referent vor allem auf den Kunstbegriff aus rechtlicher Sicht eingehen. In diesem Zusammenhang werden anschauliche Urteile vorgestellt und erläutert, anhand welcher sich aufzeigen lässt, dass "Kunst im Recht" nicht immer mit gleichem Maßstab gemessen werden kann.

Tim Schneidewind (*1985) studierte bis 2012 in Leipzig Jura und gründete am 1. Juli 2015 zusammen mit Kilian Springer die Kanzlei KTR, die im Leipziger Waldstraßenviertel situiert ist. Zu den Rechtsgebieten der Kanzlei zählen neben dem Kunstrecht vor allem das Arbeitsrecht, Marken- und Urheberrecht, der gewerbliche Rechtsschutz sowie das Handels- und Gesellschaftsrecht.

Justus Schollmeyer [LIFIS, Berlin]
"Kreatives Problemlösen – nur bedingt eine Frage von Versuch und Irrtum. Zur Geschichte der 'Theorie des Lösens von Erfindungsaufgaben' (TRIZ) und der DDR-Erfinderschulen"

"Erfinden" und "kreatives Problemlösen" werden oft mit den Worten "Versuch und Irrtum" assoziiert. In diesem Zusammenhang wird gern der berühmte Erfinder der Glühbirne, Thomas Edison, genannt. Die gegenteilige Auffassung, dass die beste Methode des Erfindens mit einem Mindestmaß an "Versuch und Irrtum" einhergeht, schlug sich ab den späten 1940er Jahren in der Entwicklung der "Theorie des Lösens von Erfindungsaufgaben" (kurz: TRIZ) in der ehemaligen Sowjetunion nieder und löste unter anderem eine DDR-Erfinderschulbewegung aus. Heute kommt TRIZ in mehr als 50 Ländern dieser Welt zum Einsatz. In meinem Vortrag möchte ich der Entwicklung der Grundüberlegungen dieser Theorie zwischen 1940 und heute nachgehen.

Justus Schollmeyer (*1984) studierte Philosophie an der Freien Universität Berlin und an der Sorbonne Paris IV und schloss sein Studium 2014 mit dem Master ab. Seit 2015 forscht er im Bereich "Kreatives Problemlösen" beim Leibniz Institut für Interdisziplinäre Studien e.V. (LIFIS).

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DAS PROGRAMM
11:00
Begrüßung 
11:15
Justus Schollmeyer [LIFIS, Berlin] | Kreatives Problemlösen – nur bedingt eine Frage von Versuch und Irrtum. Zur Geschichte der „Theorie des Lösens von Erfindungsaufgaben” (TRIZ) und der DDR-Erfinderschulen
12:00
Tim Schneidewind (Kanzlei KTR, Leipzig) | Kunst im Recht
12:45
Kaffeepause
13:00
Ralf Millner [Leipzig] | Am Wissen ertrinken? Information Overload? Diagnose und Rehabilitation technologieinduzierten Suchtverhaltens.
13:45
Mittagspause
15:00
Dialogische Führung durch die Ausstellung kehrtwenden : weitergehen

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